Digitale Demokratie gemeinsam gestalten

6. Fachkonferenz des BMFTR geförderten Clusters Integrierte Forschung

Wann: 18. & 19. Juni 2026

Wo: Life Science Center, Merowingerstr. 1, 40225 Düsseldorf

Die Digitalisierung verändert, wie wir leben, arbeite und miteinander kommunizieren. Digitale Technologien durchdringen zunehmend alle Lebensbereiche – von Verwaltungshandeln über medizinische Versorgung bis hin zu Information, Kommunikation und politischer Teilhabe. Gerade in einer Zeit, in der digitale Technologien und KI unsere Gesellschaft grundlegend verändern und angesichts der tiefgreifenden Veränderungen, die digitale Technologien und KI in allen Lebensbereichen mit sich bringen ist es notwendig, diese Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der Konferenz steht deshalb die Frage: Wie können wir die digitale Transformation demokratisch und gemeinwohlorientiert gestalten? Welche Rolle kann dafür offene Wissenschaft spielen? Die 6. Fachkonferenz des Clusters bringt dazu Akteur:innen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um die ethischen, rechtlichen und sozialen Implikationen der digitalen Transformation und der zunehmenden Bedeutung von KI von drei Themenbereichen zu untersuchen:

  1. Zugang und Teilhabe: Wie können digitale Tools und generative KI demokratische Beteiligung unterstützen etwa in Bürgerräten und Online-Dialogen, um demokratische Mitbestimmung zu fördern und gleichzeitig Exklusion zu verhindern? Wie ermöglichen wir barrierefreien Zugang zu Technologieentwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe?
  2. Transparenz und Vertrauen: Welche Anforderungen müssen an KI gestellt werden, um Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu garantieren? Wie kann Wissenschaft verständlich und dialogisch mit der Gesellschaft kommunizieren, etwa in der Klimadebatte?
  3. Verantwortung und Gestaltung: Wie können wir ethische Fragestellungen im Kontext von KI-Entwicklung systematisch berücksichtigen? Wie gelingt es, vielfältige Perspektiven in die Technikentwicklung zu integrieren?

Die Konferenz präsentiert Ergebnisse aus den Projekten des 3. Teilclusters „Perspektiven offener Wissenschaft in der digitalisierten Demokratie“ und lädt zur gemeinsamen Diskussion und Reflexion ein. Es wird unter anderem gezeigt und diskutiert, wie KI verantwortungsvoll, inklusiv und menschenzentriert entwickelt werden kann und was es bedeutet, wenn Forschung sich öffnet, damit Unsicherheiten zulässt und neue Formen der ko-kreativen Zusammenarbeit erprobt.

Forschung und Gesellschaft zu diesen Themen miteinander ins Gespräch zu bringen und Erfahrungen auszutauschen ermöglicht, die Digitalisierung menschenzentriert zu gestalten. Dadurch werden aber auch die Grenzen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft durchlässiger und müssen neu verhandelt werden. Das ist gleichsam eine Chance, aber auch eine Herausforderung. Denn Öffnung und Mitgestaltung bedeutet, Kontrolle zu teilen, vielfältige Perspektiven auszuhalten, produktiv zu wenden und Forschungsprozesse neu zu denken.

Die Konferenz bietet Raum für Austausch und Beteiligung: Beim Science Café können die Projekte und die darin entwickelten Tools und Handlungsempfehlungen kennengelernt und ausprobiert werden. Im Anschluss daran wollen wir mit Akteuren aus der Praxis diskutieren, wie der Transfer der in den Projekten erarbeiteten Ergebnisse gelingen kann. Am zweiten Tag wollen wir zwei Themen vertiefen: In einer interaktiven Diskussion werden Perspektiven auf eine verantwortungsvolle KI-Entwicklung gemeinsam weitergedacht. Eine Paneldiskussion beleuchtet, wie inklusiv Partizipation und gesellschaftlich Teilhabe tatsächlich ist und setzt Impulse für barrierearme Technologieentwicklung und Partizipationsformate. Abschließend wollen wir Bilanz ziehen und auch nach vorne schauen und das Konzept Integrierte Forschung aus verschiedenen Perspektiven reflektieren.

Das BMFTR geförderte Cluster Integrierte Forschung arbeitet seit 2018 daran, wie ethische, rechtliche und soziale Aspekte technischer Innovationen nicht nur begleitend, sondern in Forschungs- und Entwicklungsprojekten von Beginn an systematisch berücksichtigt werden können. Integrierte Forschung versteht sich als am Menschen orientiert: Unterschiedliche gesellschaftliche Anspruchsgruppen werden aktiv in technikorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte einbezogen. So werden Wege aufgezeigt, wie Innovation gemeinsam mit Betroffenen entwickelt werden können. Inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit schafft dabei einen Raum für Verständigung, kritische Reflexion und neue Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen etwa im Kontext von Digitalisierung, Klimawandel oder sozialer Transformation. Das Cluster Integrierte Forschung stellt einen Erprobungs- und Innovationsraum für diese Form der partizipativen Forschung dar.

Die Konferenz versteht sich als Vernetzungsplattform und Raum für einen offenen Diskurs über Potentiale und Herausforderungen von offener Wissenschaft und partizipativer Technikentwicklung.

Die Konferenz richtet sich an Wissenschaftler*innen aus vielfältigen Communities aus den Bereichen inter- und transdisziplinärer Forschung und offener Wissenschaft wie partizipativer Forschung, Public Engagement, (partizipative) Wissenschaftskommunikation, Citizen Science, Technikentwicklung, Digitalisierungsforschung, Disability Research, Open Science, Pflege- und Gesundheitsforschung, Science and Technology Studies, Technikfolgenabschätzung, Transdisziplinarität oder Transformationsforschung. Darüber hinaus richtet sie sich an Entwickler*innen und Anwender*innen, an Politik und Verwaltung sowie Akteure im Bereich Wissenschaftskommunikation.

Hier finden Sie das Konferenzprogramm, das laufend aktualisiert wird. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos. Die Anmeldung ist in Kürze möglich.

Die Konferenz besteht aus einer Mischung aus Vorträgen und interaktiven Formaten. Kernstück am ersten Tag ist das Science Café, in dessen Rahmen die in den Projekten erabeiteten Tools, Demonstratoren und Handlungsempfehlungen ausprobiert und diskutiert werden können.

Agenda Tag I – Donnerstag, 18.06.2026

13:00 Uhr – Registrierung & Kaffee

13:30 Uhr – Begrüßung
Dr. Vera Grimm, Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

13:45 Uhr – Impulsvortrag und anschließende Diskussion
„Vertrauensvolle KI durch Verständnis, Kontrolle und Co-Creation“
Prof. Dr. Hendrik Heuer, Center for Advanced Internet Studies, Bochum

14:25 Uhr – Projekt Pitches
Kurzvorstellung der Projekte im Teilcluster 3

15:00 Uhr – Science Café – Digitale Demokratie gemeinsam gestalten
Vorstellung der Projektergebnisse an interaktiven Thementischen bei Kaffee und Kuchen.

16:30 Uhr – Pause

17:00 Uhr – Praxispanel
Im Rahmen des Panes steht der Transferaspekt im Mittelpunkt. Dazu geben Expert:innen aus der Praxis Feedback zu den in den Projekten erarbeiteten Tools, Demonstratoren und Handlungsempfehlungen.

17:45 Uhr – Wrap-up Tag 1

18:00 Uhr – Ausklang und Vernetzung bei Fingerfood und Getränken

Agenda Tag II – Freitag, 19.06.2026

09:00 Uhr – Eintreffen & Kaffee

09:30 Uhr – Interaktiver Impulsvortrag „Verantwortungsvolle KI-Entwicklung“, Dr. Mone Spindler, Lisa Koeritz,

Im Rahmen der Session wird diskutiert, welche Werte und ethischen Aspekte für die verantwortungsvolle KI-Entwicklung in der digitalen Demokratie relevant sind. Wie kann verantwortungsvolle KI die digitale Demokratie stärken oder auch gegen Angriffe verteidigen? Vor allem angesichts des Hypes um generative KI wollen wir diskutieren, wie KI‑Ethik‑Tools so gestaltet werden können, dass sie einen sich wandelnden Werte-Dialog unterstützen und mit der digitalen Demokratie mitwachsen. Innerhalb eines interaktiven Impulsvortrags anhand des digitalen und adaptiven ANKER-Tools „AI Ethics Navigator“ sollen diese Fragen reflektiert werden.

10:15 Uhr – Pause

10:30 Uhr – Paneldiskussion „Partizipation – Barrierefrei und inklusiv?“
Die Session will die Bedeutung von Barrierefreiheit für gute Partizipation betonen. Dazu wird es in der Session praktische Hinweise zur Gestaltung von barrierefreien Partizipationsformaten geben.

Workshop „KI-Narrative“
In diesem Workshop werden aktuelle KI-Narrative diskutiert und gemeinsam aus unterschiedlichen Blickwinkeln reflektiert. Der Workshop richtet sich an Interessierte, die KI differenziert betrachten und zukunftsfähige KI-Narrative mitentwickeln möchten.

11:15 Uhr – Pause

11:45 Uhr – Abschlusspanel: „Integrierte Forschung – Bilanz und Zukunftspfade“

12:45 Uhr – Verabschiedung

13:00 Uhr – Ende der Veranstaltung & Lunchpaket

Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an Dr. Katharina Gerl.